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Bis zum Jahre 1889 besaßen nur vier alteingesessene Apotheken das Privileg der Braunschweiger Arzneiversorgung. Ihre Sonderrechte waren in der Tat erheblich. So waren sie beispielsweise über lange Zeit in der Lage, die Niederlassung weiterer Apotheken in ihrer Umgebung zu verhindern. Ein Recht, von dem die Inhaber dieser Apotheken ausgiebig Gebrauch machten.
Ändern sollte sich diese Situation erst Ende des 19. Jahrhunderts. Am 29. August 1888 wurden fünf neue Apothekenkonzessionen in Braunschweig ausgeschrieben. Eine davon erhielt der Bewerber Dr. Wilhelm Otto, Gründer der heutigen Wilhelm-Raabe-Apotheke.
Am 22. Juli 1889 eröffnet Dr. Wilhelm Otto die Apotheke „Zum Wilden Mann“. Als Verehrung des Dichters Wilhelm Raabe gab Dr. Otto seiner Apotheke ihren Namen, vermutlich nach Raabes Erzählung „Zum Wilden Mann“, die in einer kleinen Apotheke am Harz spielt.
1901 nach dem Tode des Gründers wurde Carl Pehnt die Konzession erteilt, die nach dem Tode Pehnts 1916 auf den Apotheker Wilhelm Schütze fällt. 1917 nach dem Tode Schützes verwaltet zunächst die Witwe die Apotheke. 1918 erhielt Oskar Saeger die Konzession. 1934 wird die Apotheke nach dem Tode Saegers neu ausgeschrieben. Herr Ludwig Schulze führte von nun an die Apotheke in der Humboldtstraße, die 1944 die Schreckensnacht von Braunschweig am 14. Oktober nicht überstand. Bomben zerstörten das Gebäude völlig.
1945 wird die Apotheke in der Berliner Straße eröffnet, im Gebäude der Gastwirtschaft „Zum Berge“. Apotheker Harald Küsel, als Pächter der Apotheke, baut den Betrieb neu auf. 1954 erfolgt die Verlegung der Apotheke in den Neubau Berliner Straße 18.1958 erhält Harald Küsel die Zulassung zum Betrieb der Apotheke „Zum Wilden Mann“. 1959 Umbenennung der Apotheke in „Wilhelm-Raabe-Apotheke“. Harald Küsel war verwandt mit Wilhelm Raabe. 1972 soll die Kreuzung der Gliesmaroder Straße Querumer Straße verbreitert werden. Das Apothekengebäude muss abgerissen werden. 1973 verlegt die Pächterin Frau Breustedt die Apotheke in die Paul-Jonas-Meier-Straße. 1973 übernimmt Frau Elke-Monika Weiß als Pächterin die Wilhelm-Raabe-Apotheke. 1976 nach dem Tod der Verpächterin Frau Küsel kaufte Frau Elke-Monika Weiß die Apotheke. Hier endet zugleich die über 28 Jahre andauernde Verbindung dieser Apotheke mit der Familie Küsel.
Seit 1982 ist die Wilhelm-Raabe-Apotheke in der Querumer Straße ansässig. Im August 2002 kauft Frau Anja Wiesatzky die Wilhelm-Raabe-Apotheke.
Im Jahre 2009 feierte die Wilhelm-Raabe-Apotheke 120jähriges Jubiläum.
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